03
Jan
13

# Donots

Donots_03 © Björn GaussSchenkt man Bela B. und dem Bassisten von Deichkind Glauben, sind diese Jungs, „phantastische Liedschreiber, die immer bereit sind ein Publikum mit extrem großem Sound wegzublasen“.

Die Donots begeistern seit Jahren unzählige Fans mit ihrer Musik. 

Grund genug für 11Fragen1nterview mit dem Drummer Jan-Dirk, stellvertretend für die ganze Band, über Musik und das Leben im und außerhalb des Musikbusiness‘ zu sprechen.

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Wären die Donots eine Hunderasse, welcher Rasse würdet ihr entsprechen?

Jan-Dirk: Oh schwierig. Der Westfale ist ja erstmal treu und trinkfest. Das würde sehr nach Berner Sennenhund klingen, der so ein Rumfass mit sich trägt und Leute rettet. Allerdings sind wir auch sehr viel unterwegs – so streunerhundmäßig. Daher würde ich uns als streunenden Berner Sennenhund bezeichnen. (lacht)

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„Ibbtown“ ist für euch?

Jan-Dirk: Heimat. Zuhause. Da wo alles anfing und noch immer wahnsinnig wichtig. Obwohl wir inzwischen alle nicht mehr da wohnen, ist Ibbenbühren noch immer unsere Heimat. Wir versuchen so oft wie möglich da zu spielen, was natürlich nun nicht mehr so einfach ist. Noch vor zwei Jahren spielten wir dort ein Konzert in der Scheune. Und alle Einnahmen und Gagen spendeten wir damals. Davon wurden neue Proberäume eröffnet. Das war damals schon sehr wichtig für uns. Ohne die Möglichkeit in der Scheune zu proben, würden wir wahrscheinlich heute nicht da stehen, wo wir jetzt sind.

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Was geht in euch vor, wenn ihr hört oder seht, dass ihr namentlich auf der offiziellen Webseite von Ibbenbühren erwähnt werdet?

Jan-Dirk: Ist das so? Wirklich? Ach das ist ja lustig. (lacht) Ibbenbühren hat ja einen Bürgermeister, der schon ganz cool ist und in Sachen Kulturförderung viel macht. Von daher ist das schon in Ordnung. Allerdings wollen wir nicht zu Werbezwecken in die Politik eingebunden werden. Ansonsten sind wir schon stolz darauf, dass wir da erwähnt werden.

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Eure größte Jugendsünde?

Donots_01 © Patrick RunteJan-Dirk: Unser erstes Konzert und die folgenden zwei Jahre. Furchtbar. Oh man, oh man. Im Rahmen dieser MTV-Reihe „Friss oder Stirb“ spielten wir gegen die Toten Hosen Tennis. Das war in Düsseldorf im Rochus-Club. Das war eine Aktion!

Wir einigten uns am Ende auf Unentschieden. Eigentlich sollten wir nur einen Satz spielen, den wir gewannen. Und dann änderten die Toten Hosen den Einsatz wieder und dann haben 1:1 gespielt.

Unser Einsatz war jedenfalls die Freigabe eines Videos von unserem ersten Auftritt, der unfassbar peinlich ist. Aber, anders herum hätten wir einen Echo gewonnen, den die Toten Hosen bekommen hatten.

Ja, wir sehen die Toten Hosen ja regelmäßig und grübeln immer, weil ja immer noch die Revanche aussteht, wann wir das mal einigermaßen medienwirksam nachholen.

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Obwohl wir uns nicht kannten, sind wir uns während der gamescom 2012 häufiger bei Ubisoft und der Far Cry 3-VIP-Party über den Weg gelaufen. Wie kamt ihr zu Rocksmith und Ubisoft zu euch?

Jan-Dirk: Oh. Also ganz genau könnte dir das Alex oder Ingo erklären, weil das bei uns die Zockerkönige überhaupt sind. Also Alex schaut sich regelmäßig im Internet einen Blog an, der von jemanden gemacht wird, der unheimlich schnell redet und über die neusten Games spricht.

11Fragen1nterview: Ja, den kenne ich. Der ist klasse.

Jan-Dirk: Und Ingo, da habe ich ihn mal bei erwischt als wir im Studio waren und viel Stress um die Ohren hatten, saß zur Entspannung nur da und schaute sich über YouTube Walkthrough-Videos an. (lacht)

11Fragen1nterview: Ja, das ist momentan wahnsinnig im Kommen, dass sich Leute dabei filmen, wie sie Videospiele spielen. Unglaublich wie viele Menschen dann diese Videos anklicken, in denen man sieht wie andere spielen.

Jan-Dirk: Ja, und vor allem teilweise dann von so uralten Spielen aus C64-Zeiten. Da sieht man die Pixel und hört die 16bit-Musik. Ja, Ingo konnte dabei super entspannen und meinte danach zu mir: „So, jetzt können wir weitermachen.“ (lacht)

Aber um auf deine Frage zurück zu kommen, ich weiß nicht genau wie der Kontakt zu Ubisoft entstand. Aber wir haben schon sehr viel mit Videospielfirmen zusammen gearbeitet, waren da schon bei einigen Spielen im Soundtrack und sind auch dadurch mit bekannt geworden. Das ist halt immer ’ne gute Sache. Die Spiele werden ja meist auch weltweit veröffentlicht.

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Seid ihr selbst Videogamer?

Jan-Dirk: Ja, schon. Aber auch jeder ganz verschieden. Wie gesagt, Alex und Ingo sind da unsere Videospielkönige. Ingo taucht dann beispielsweise mal ein oder zwei Tage unter und zockt dann die neuesten Games einfach durch.

11Fragen1nterview: Habt ihr irgendwelche Lieblingsgenres?

Jan-Dirk: Also ich bin eher der Casual-Gamer, der am liebsten mit anderen zusammen zockt. Und wenn nicht, zocke ich irgendwelche Sportspiele auf Handhelds. Und genau das hasst Ingo. (lacht) Ingo spielt eher Rollenspiele und solche Dinge wie Assassin’s Creed. Da gilt auch, je komplizierter und länger, desto besser.

11Fragen1nterview: Ah, das kenne ich.

Jan-Dirk: (lacht) Ja, ich habe den Eindruck ihr würdet euch sehr gut verstehen.

11Fragen1nterview: (lacht) Ich glaube auch.

Jan-Dirk: Aber wir zocken alle, gerade wenn man lange unterwegs ist und so eine Handheldkonsole hat. Und dann eben Zuhause zur Entspannung.

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Was veranlasste euch ein eigenes Plattenlabel zu gründen?

Donots_02 © Patrick RunteJan-Dirk: Das waren verschiedene Gründe. Wir hatten unseren damaligen Plattendeal bei der BMG gekündigt, weil unsere Interessen nicht mehr übereinstimmten. Wir hätten aber noch zwei Alben machen müssen.

Und das lehnten wir damals ganz und gar ab und meinten, dass wir dann lieber keines mehr machen. Dann hatte die Plattenfirma das eigentlich schon akzeptiert und dann schalteten sich doch noch deren Anwälte ein.

Und irgendwann, ich glaube nach fast 4 Jahren, waren wir dann wirklich frei.

In der Zwischenzeit haben wir für uns einfach weiter gemacht, schrieben Songs und spielten – soweit es ging – Konzerte. Weil ohne neues Album, kann man nicht wirklich viele Konzerte geben.

Naja, und nach den 4 Jahren war es schon schwer ein neues Label zu finden. Logisch, nach der langen Unterbrechung.

Ja, und weil wir nicht noch länger mit einem neuen Album warten wollten, kam dann jemand auf die Idee in Japan ein eigenes Label zu gründen. Und das war die beste Idee, die wir je hatten. Es war gewagt, weil wir die vorherigen Jahre von unseren Ersparnissen leben mussten und den Rest in die Produktion unserer neuen Platte steckten. Wir setzten alles auf eine Karte. Und es hätte schief gehen können. Aber, toi toi toi, es ging nicht schief. Es war das Beste, was wir tun konnten!

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Stimmt es eigentlich, dass Bassisten bei Frauen am besten ankommen?

Jan-Dirk: Ha! Das ist ein schönes Gerücht. (lacht)

11Fragen1nterview: Ja, das sagt mir jede Band. (lacht)

Jan-Dirk: Würde ich gerne unterschreiben, kann ich aber nicht. Aber mir ist das auch ganz egal. Ich habe meine Freundin und das soll auch so bleiben. Also, wenn ich in die erste oder zweite Reihe schaue, die fast ausschließlich weiblich besetzt ist, hat man dort fast ausschließlich nur Augen für Alex und Ingo. Aber ich finde das auch ganz gut so. Ich bin gerne im Hintergrund und schaue mir das mit einem Schmunzeln an.

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Nächstes Jahr feiert ihr 20jähriges Bestehen. Wie wäre es mit einer neuen Musikausrichtung?

Jan-Dirk: Ja, da sind wir eh schon ein bisschen dabei. Ich weiß nicht, ob du all unsere Platten kennst, aber die sind schon grundverschieden. Also jetzt mit Abstand betrachtet, sind die Platten von 2000 – 2005, die unter der alten Plattenfirma entstanden, schon recht nah beieinander. Aber das brachen wir dann bissl auf, nachdem wir unser eigenes Label hatten.

Wir suchten uns einen neuen Produzenten, den Kurt Ebelhäuser. Er ist Gitarrist bei der Band Blackmail. Die Band hat musikalisch mit uns nichts zu tun und er hatte uns auch eher immer ein bisschen auf dem Kieker. Er meinte immer zu uns: „Ich find‘ euch ja live ganz gut, aber eure Platten, die sind scheiße.“. (lacht)

Ja, und dann lud er uns ein, eine Woche lang im Studio an einem Album zu arbeiten, um herauszufinden, was wir so können. Und das lehnten wir natürlich nicht ab. Und als wir da wieder heraus kamen, war das Feuer für die Musik und unsere Band wieder richtig angefacht. Mit Kurt Ebelhäuser hatten wir jemanden mit einem ganz anderen musikalischen Blickwinkel, sehr kritisch – wie er selbst zugab vielleicht auch ein wenig zu kritisch. Aber das war schon geil.

Und wir haben erstmals im Studio geschrieben. Das heißt, wir sind morgens rein und wussten abends nicht, was wir aufgenommen hatten. Das ist natürlich gefährlich, denn am Ende kann es gut sein, dass man nach 3 Wochen Arbeit nichts hat. Aber das war echt spannend und sehr gut, besonders fürs Bandgefühl.

Und seitdem erfinden wir uns mit jeder Platte ein bisschen neu.

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Ihr habt auch schon mehrfach Soundtracks für Filme geliefert. Habt ihr Einfluss darauf, an welcher Stelle des Films euer Song eingesetzt wird und habt ihr aktuelle Projekte?

Donots_04 © Patrick RunteJan-Dirk: Also, das ist etwas schwieriger zu beantworten. Es gibt die Variante, dass ein Pitch ausgeschrieben wird. Da wird ein Video mit einer Filmszene verschickt wird, bei der bereits ein Sound drunter liegt, den man aber nicht bekommt, weil der vielleicht gerade von Metallica ist. Das wäre viel zu teuer. Und wir können dann schauen, welcher Song von uns dazu passt.

Und dann gibt es die Variante, dass die Band selbst anfragt. Man bietet also sein eigenes Album der Filmproduktion an, die Songs zu nutzen. Und dann ist immer die Frage, nehmen die einen Song, oder nur ein kleines Stück, oder wollen sie die Musik instrumental.

Ich finde das immer spannend, zu machen, weil ich jedes Mal denke, dass Musik mit Bildern untermalt echt anders wirkt. Aktuell sind auch noch ein paar Sachen diesbezüglich in der Röhre, aber da kann ich noch nicht drüber sprechen.

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Und welche unfassbar gute Frage vergaß ich zu stellen, die so nun keine Antwort mehr erhält?

Jan-Dirk: Boah, das ist ja eine ganz miese Frage. (lacht) Lass mich kurz überlegen. Wahrscheinlich sagen das total viele: Wo ist deine Bankkarte und wie ist deine Pinnummer?

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11fragen1nterview bedankt sich bei den Donots für’s Interview und im  speziellen bei Jan-Dirk für die ausführlichen Antworten. Wir wünschen den Donots zum 20jährigen viel Rock’n’Roll für 2013 und ’ne gute Tour in den Staaten.


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